Erstausstrahlung: Sonntag, 03.07.22, 20:05 Uhr

Yoyogaga: „Totalitarismus (Nocturnes 2)“

Legastheniker assoziieren freier, weil unfreiwilliger. In seiner zweiten Sendung mit sprachphilosophischen Betrachtungen aus der Schweiz zeigt Andreas Thiel, wie aus Humanismus Totalitarismus wird. Man braucht bloss einen veganen Gesundheitsminister. In wilder Assoziation kommt er vom warmen wir-Gefühl zum kalten Kollektivismus und vom warmen Katholizismus zum kalten Protestantismus. Das letzte Wort hat Jesus.


Kommentare
klaas
Lägasdänisch wunderbar abgeleidete Erfahrungen, allerdings verstehe ich die Bildung der Quersumme nicht. Habicht was nicht richtig begriffen, oder ist 1040 doch nur 5?
Distantview
Wieder ein wunderbares, sehr kluges Assoziationsabe nteuer, und erneut mit besonders schönen Nocturnes, vielen Dank! Verraten Sie beim nächsten Mal den kongenialen Interpreten? ich freue mich auf die nächste Sendung!

Andreas Schifferdecker
Vielen Dank für diesen sonntäglichen philosophischen Ausflug!
Renegado
Die Sendung von Herrn Thiel gehört zu meinen Lieblingsformat en auf KF. Unterhaltsam, gleichzeitig zum Nachdenken anregend. Die Passage über Kollektivismus und Individualismus ist hochspannend, weil Thiel die Essenz beider Strömungen perfekt auf den Punkt bringt. Kleine Kritik: Verallgemeineru ngen (DER Westler, DER Inder) konterkarieren das Plädoyer für den Individualismus . Und bekanntlich gehen Verallgemeineru ngen auf Kosten der Genauigkeit. Trotzdem: Mir gefällt dieses Erörtern grundsätzlicher Fragen; fühl mich herausgefordert , die Sendung nicht nur zu konsumieren, sondern mitzudenken. Von welchen Sendungen in ÖRR oder Konzernmedien kann man das schon behaupten?
HKliebhan
Phantastisch, die Leere der Evangelikalen, reichlich Chopin dazu, in jedem Fall der Mix um den Vorhang zu heben. Genau meine Flughöhe, vielen Dank dafür 🤗

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Weitere Sendungen: „Yoyogaga“

  • Yoyogaga: „Recht und Gerechtigkeit 3 (Surf Punk)“
    04.12.2022 20:05

    Die altpersischen Hymnen des Zarathustra überliefern zwar eine vortreffliche Morallehre, aber keine brauchbaren Gesetze. Der anarchistische Zustand der rechtlichen Schwerelosigkeit ist unbefriedigend, wie das Beispiel mit dem gestohlenen Hut des Papstes wieder einmal zeigt. Und das islamische Recht, die Sharia, beinhaltet zwar, als eine der wenigen Lehren, tatsächlich vernünftige Gesetze, die allerdings wiederum durch eine abenteuerliche Morallehre getrübt werden. Wie es scheint, finden wir vernünftige, weltliche Gesetze nur im Alten Testament. Aber damit werden neue Fragen aufgeworfen. Fortsetzung folgt...

  • Yoyogaga: „Recht und Gerechtigkeit 2 (Luz Casal / Pink Martini)“
    27.11.2022 20:05

    Die Ideen des Neuen Testaments sind als Gesetze genauso unbrauchbar wie das hinduistische Wheel of Samsara oder die Lehren des Zen. Der Sozialismus ist zwar normativ, aber deswegen noch lange nicht tauglich. Und die Demokratie bringt uns auch nicht weiter, denn sie beschreibt bloss eine Verfahrensnorm. Auf der Suche nach gesetzestauglichen Normen findet Andreas Thiel vieles ausser gesetzestaugliche Normen.

  • Yoyogaga: „Recht und Gerechtigkeit (Rodriguez)“
    20.11.2022 20:05

    Recht und Gerechtigkeit haben nichts miteinander zu tun. Im Gegenteil: Wer versucht, Gerechtigkeit im Gesetz zu verankern, zerstört sie. Sprachphilosophisch betrachtet, ist der Unterschied klar: Gesetze sind Normen, und die Moral ist ein Wert. Gerechtigkeit hängt von Werten ab, während das Recht auf Normen basiert. Wer diese beiden Kategorien vermischt, zerstört beides, sowohl das Recht wie auch die Gerechtigkeit. Andreas Thiel zeigt in dieser neuen sprachphilosophischen Betrachtung eindrücklich auf, weshalb gutgemeint das Gegenteil von gut ist.

  • Yoyogaga: „Beherrsche die Welt – Genesis 5/5 (Klezmer Revolution)“
    13.11.2022 21:05

    Im Gegensatz zum Tier hat der Mensch einen freien Willen. Damit kann er sich selbst überwinden, im Guten wie im Schlechten. Er kann den inneren Schweinehund genauso überwinden, wie er auch sein Gewissen überwinden kann. Und weil der Mensch so frei ist, dass er sowohl über sich selbst hinauswachsen wie auch unter sich selbst hinabsinken kann, braucht er Gesetze als Leitplanken für sein freies Handeln. Das entnimmt dem Schöpfungsbericht, wer die Allegorik beherrscht. Rätsel, wie die Sache mit Adams Rippe, bleiben zwar vorerst ungelöst, aber dafür entschlüsselt Andreas Thiel in seiner 21. Sendung weit gewichtigere Wortbilder wie den Satz: „Macht euch die Erde Untertan“.

  • Yoyogaga: „Der Baum der Erkenntnis – Genesis 4/5 (Jazz)“
    06.11.2022 20:05

    Ein Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen macht aus Sicht der Allegorik keinen Sinn. Die Geschichte geht erst auf, wenn wir die ursprüngliche Allegorie wiederherstellen. Andreas Thiel ist mit jüdischen wie auch christlichen Wurzeln inmitten von Büchern aus der griechischen, vedischen und zoroastrischen Literatur aufgewachsen und bewegt sich durch die Allegorik alter Schriften wie ein Fisch im Wasser. Wenn im Alten Testament steht, wir seien nach dem Abbild Gottes geschaffen worden, dann ist diese Beschreibung alles andere als beliebig. Und wenn im Neuen Testament steht, Jesus sei das Licht der Welt, dann ist das so tiefschürfend, dass daraus die gesamte Bibel ausgelegt werden kann.

  • Yoyogaga: „Genesis 3 (Dota & die Stadtpiraten)“
    30.10.2022 20:05

    Ob es Katzen hagelt, einem das Wasser bis zum Hals steht oder ein anderer die Suppe auslöffelt – wer versucht, Metaphern auszulegen, kommt in Teufels Küche. Andreas Thiel erklärt den Unterschied zwischen Metaphern und Allegorien und nebenbei auch noch, weshalb es undenkbar ist, nach dem Sterben nicht mehr weiterzuleben.

  • Yoyogaga: „Genesis 2 (Uta Köbernick)“
    23.10.2022 20:05

    Empiriker schauen in den Spiegel und glauben, was sie sehen. Aber wer die Dinge erkennt, sieht sie anders. Ein König wird Bettler und umgekehrt. Wer bloss sieht, ist zum Glauben verdammt. Denn nur der Wissende erkennt. Wer den Inhalt alter Bücher erkennen will, muss sich Wissen über die Sprache aneignen. Das heisst, wer die Bibel verstehen will, muss nicht die Theologie studieren, sondern die Poetik. Andreas Thiel erzählt von seinen Lehrern.

  • Yoyogaga: „Genesis 1 (Cilla Black)“
    16.10.2022 20:05

    In Freiheit sind nicht nur die guten Menschen frei, sondern auch die schlechten. Das erklärt unseren Drang zur Regulierung. Aber je regulierter eine Gesellschaft ist, desto freier sind die schlechten Menschen und desto unfreier die guten. Andreas Thiel fragt sich, wie es sein kann, dass der Liebe Gott dem Menschen ausgerechnet diesen zerstörerischen Auftrag gibt: „Mach dir die Erde untertan“. Denn genau dieser Satz scheint das Hauptproblem zu sein. Der Mensch verursacht unermessliches Leid und richtet irreparablen Schaden an, indem er versucht, alles um ihn herum zu beherrschen.

  • Yoyogaga: „Die Zehn Gebote 6 (Variationen / op.1)“
    09.10.2022 20:05

    Wokeness ist die Bereitschaft, alles, was andere tun oder sagen, auf die schlimmstmögliche Art auszulegen. Das ist eine besonders unmoralische Form von Humorlosigkeit. In seiner sechsten und letzten Betrachtung über die Zehn Gebote schlägt Andreas Thiel eine Brücke zur Gegenwart und zeigt, was passiert, wenn wir nur noch Gesetze aber keine Moral mehr haben. Die erstaunliche Folge ist paradoxerweise ein säkularer Gottesstaat. Und wie kommt man da wieder raus? Ganz einfach - mit Moral.

  • Yoyogaga: „Die Zehn Gebote 5 (Walzer und Polonaise)“
    02.10.2022 20:05

    Warum stellte Moses seine Gesetzessäulen auf moralische Fundamente? Und wie lange werden diese Säulen ohne Fundamente noch stehen bleiben? Der offensichtlich schon jahrtausendealte Konflikt zwischen Individualismus und Kollektivismus ist nicht lösbar. Wäre er lösbar, wäre es kein Konflikt. Das lehrt zwar nicht die Konfliktforschung aber die Dramenanalyse.

  • Yoyogaga: „Die Zehn Gebote 4 (Emily Loizeau)“
    25.09.2022 20:05

    Wenn es so weitergeht, werden in Deutschland schon bald im Namen des Antifaschismus wieder Juden verfolgt. Während eine freiheits- und wohlstandsmüde Politikergeneration Nero nacheifert und eine Welt in Brand setzt, die für sie offenbar zu friedlich ist, um sie zu ertragen, sinniert Andreas Thiel in aller Gelassenheit weiter über die Freiheit nach und stellt seelenruhig das über Jahrtausende zerfallene Kartenhaus der Zehn Gebote Karte für Karte wieder auf.

  • Yoyogaga: „Die Zehn Gebote 3 (Supertramp)“
    18.09.2022 20:05

    Auf der Suche nach der Freiheit gleicht die Anarchie dem Schwebezustand am höchsten Punkt des Parabelflugs. Das wusste schon Moses. Und so wie private Vorsorge wachsen kann, nimmt Kollektiveigentum nur noch ab. Auch das wusste Moses. In seiner dritten Sendung über die Zehn Gebote pirscht sich Andreas Thiel immer näher an das scheue Tier Freiheit heran.

  • Yoyogaga: „Die Zehn Gebote 2 (Camille / Nouvelle Vague)“
    11.09.2022 20:05

    Wer Antworten sucht, fragt besser keine Theologen. In dieser zweiten Sendung über die Zehn Gebote lotet Andreas Thiel weiter deren literarische Einbettung im Zweiten Buch Mose aus. Es wird dabei immer klarer, dass die entscheidende Frage immer schwieriger zu beantworten ist, je länger man darüber nachdenkt. Diese Sendereihe artet aus in eine literarische Suche nach dem Wesen der Freiheit.

  • Yoyogaga: „Die Zehn Gebote 1 (Nouvelle Vague)“
    04.09.2022 20:05

    Liberalismus setzt mehrdimensionales Denken voraus, was wiederum gleichbedeutend ist mit Humor. Den Koran nach letzten Vergleichen hinter sich lassend, beginnt Andreas Thiel eine mehrwöchige Betrachtung über die Zehn Gebote.

  • Yoyogaga: „Nietzsche, Jesus, Mohammed (Kusturica)“
    28.08.2022 20:05

    Von guten Sätzen in schlechten Büchern und woher sie kommen. Andreas Thiel denkt darüber nach, wie Kain mit einem Schlag die damalige Menschheit erschlug, und was sonst noch alles das Töten rechtfertigen soll, und weshalb es gefährlich ist, darüber zu sprechen.

  • Yoyogaga: „Nietzsche (Etudes 2)“
    21.08.2022 20:05

    Die Wokeness ist eine modebewusste Sexarbeiterin. Andreas Thiel empfindet Nietzsches „Zarathustra“ als „Mein Kampf“ für Depressive. Er vergleicht ihn mit dem historischen Zarathustra und bemerkt, dass Flipflops aus Erdöl für Vegetarier unbedenklich sind, denn alles hängt mit dem Tibetischen Totenbuch zusammen, wo man interessante Abkürzungen ins Paradies findet.

  • Yoyogaga: „Die Frau mathematisch betrachtet (Pink Martini 3)“
    14.08.2022 20:05

    Die Frau rechnet emotional, und der Mann spricht wie ein Rechner. Andreas Thiel erklärt den Unterschied zwischen Mann und Frau – von Kleidergrössen über Facettenaugen bis hin zu Pythagoras.

  • Yoyogaga: „Die Schweizer und die Deutschen (Gainsbourg)“
    07.08.2022 20:05

    Andreas Thiel erklärt die Schweizer Mentalität, so z.B. weshalb Schweizer nicht nur dem Ausland gegenüber kritisch eingestellt sind, sondern vor allem auch dem Inland gegenüber. Thiel erklärt, wo die sprachlichen Fettnäpfchen für Deutsche liegen, weshalb Deutsche fälschlicherweise denken, Schweizer seien freundlich und warum Schweizer Frauen sagen, deutsche Männer seien gute Liebhaber.

  • Yoyogaga: „Mentalität oder Charakter? 2 (Etudes 2)“
    31.07.2022 20:05

    Auf der Suche nach dem Wesen der Mentalität des Menschen prüft Andreas Thiel indische Vortrittsregeln, deutsche Nationalschätze, chinesische Weinkultur und Schweizer Humor.

  • Yoyogaga: „Mentalität oder Charakter? (Etudes)“
    24.07.2022 20:05

    Was wir denken, sei normal, ist von aussen betrachtet völlig absurd. Im Gegensatz zum angeborenen Charakter handelt es sich bei der Mentalität um ein ankonditioniertes Verhaltensmuster. Der angeborene Charakter lässt sich allerdings leichter verändern als die Mentalität.

  • Yoyogaga: „Kritik der empirischen Wissenschaft 2 (Pink Martini 2)“
    17.07.2022 20:05

    Die empirische Wissenschaft kann Gott weder belegen noch ausschliessen. Denn Gott ist Geist. Und Geistiges kann man nur geistig erschliessen. Die Empirie ist eine materielle Disziplin. Die Logik hingegen ist geistiger Natur. Und nicht mit Gott zu rechnen, wäre unlogisch.

  • Yoyogaga: „Kritik der empirischen Wissenschaft (Pink Martini)“
    10.07.2022 20:05

    Empirie ist höhere Erbsenzählerei. Die Empirische Wissenschaft findet Antworten auf alles, ausser auf den Sinn dessen, was sie betrachtet. Empiriker sind Bienen, die von aussen am Honigglas lecken. Die Logik im Anschlag schiesst der Linguist und Legastheniker Andreas Thiel mit Gehirnforschung auf den Asphalt und trifft die Begabtenförderung.

  • Yoyogaga: „Totalitarismus (Nocturnes 2)“
    03.07.2022 20:05

    Legastheniker assoziieren freier, weil unfreiwilliger. In seiner zweiten Sendung mit sprachphilosophischen Betrachtungen aus der Schweiz zeigt Andreas Thiel, wie aus Humanismus Totalitarismus wird. Man braucht bloss einen veganen Gesundheitsminister. In wilder Assoziation kommt er vom warmen wir-Gefühl zum kalten Kollektivismus und vom warmen Katholizismus zum kalten Protestantismus. Das letzte Wort hat Jesus.

  • „Yoyogaga“ – mit Andreas Thiel
    26.06.2022 20:05

    Andreas Thiel, der von heute an jeden Sonntag bei Kontrafunk auf Sendung geht, ist gebürtiger Berner, und als solcher hat er eine besondere, eine Außensicht auf die deutsche Sprache. In „Yoyogaga“ stellt er sprachphilosophische Betrachtungen an - denn Sprache, davon ist der Kabarettist und Satiriker überzeugt, ist etwas überaus Erörterungswürdiges. In seinen tiefgründigen, vergnüglichen und auch überraschenden Ausführungen geht es um unerkannte Legastheniker, die Synästhetisierung der Mathematik, den seltsamen Rhythmus juristischer Schriftstücke, die Luftigkeit des Französischen und darum, warum eine Sprache in einem Ohr so und in einem anderen ganz anders klingt. 

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