Das Radio des bürgerlichen Mittelstands
Erstausstrahlung: Sonntag, 16.10.22, 20:05 Uhr

Yoyogaga: „Genesis 1 (Cilla Black)“

In Freiheit sind nicht nur die guten Menschen frei, sondern auch die schlechten. Das erklärt unseren Drang zur Regulierung. Aber je regulierter eine Gesellschaft ist, desto freier sind die schlechten Menschen und desto unfreier die guten. Andreas Thiel fragt sich, wie es sein kann, dass der Liebe Gott dem Menschen ausgerechnet diesen zerstörerischen Auftrag gibt: „Mach dir die Erde untertan“. Denn genau dieser Satz scheint das Hauptproblem zu sein. Der Mensch verursacht unermessliches Leid und richtet irreparablen Schaden an, indem er versucht, alles um ihn herum zu beherrschen.

Kommentare
Kaspar
Es ist mir eine große Freude, wie sie Worte umkreisen und entgegen – meist langweiligen - Standardgewohnh eiten hin- und herschütteln. Mir sträuben sich Nackenhaare (untertänigst angemerkt – Achtung Satire) mit dem Wort ‚untertan‘. Bei ‚bemächtigen‘ ist bei genügender Prüfung kein Missverständnis möglich: Jede ‚Macht‘ bedarf einer Legitimation (lege = normative Bestimmung) und Legalisierung (Durchführungsagen da). Das Wort kommt von ‚machen‘, ‚können‘, ‚Befähigung‘ zu einem Tun haben. Darin liegt kein Durchführungsansp ruch ohne Legitimation und Legalisierung. Damit bin ich schwuppdiwupps bei den Zehn Geboten. Es handelt sich um eine Freiheitsermächtigung nach normativen und ethischen Regel, die ich kenne oder mir erzeugt habe. Und mitten in Ihrer Freiheitsbeschr eibung nach äußeren und inneren geistig-seelischen Agenden. Hierbei spüre ich via Bildmächtigkeit die ‚Macht‘ der Mündigkeit. Alles Gute und Schöne für das Weitermachen. Stefan Karl
balticview
Lieber Herr Thiel, wie immer ein bewundenswertes “Vom-Kopf-auf-die-Füße-stellen“ und dann wieder zurück von Literatur, von der man glaubt, schon so viel zu wissen. Aber Ihnen ist sicher auch bekannt, daß es neben dem historisch-kritischen Lehrgebäude der großen Kirchen auch das „Gallische Dorf“ gibt (mit mindestens so guten Argumenten), wo der Schöpfungsberi cht ein einziger ist und Eva nun mal in echt und Echtzeit aus der Rippe kam usw. Der „kindliche Glaube“, eben daß Gott alle Gesetze durchbrechen kann, macht vieles einfacher, aber der Kreationist ist dann eben auch mindestens Aluhutträgerreichsb ürger, also cancel culture in bester Manier von Seiten der Mainstreamtheol ogie. Ansonsten: Ihre „Bildsprac he“ ist ein Genuß! Grüße aus dem hohen Norden, BP

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  • Yoyogaga: „Erleuchtung, Buddhismus und Gehirnforschung (Chopin, ABBA)“
    05.02.2023 20:05

    Nach einer einleitenden apokalyptischen Meditation korrigiert der humorvolle Schweizer Philosoph Andreas Thiel mit Hilfe der Gehirnforschung den buddhistischen Irrtum einer non-dualen Welt und erklärt, weshalb und wozu wir träumen. Mit dem Bogen, den er über mehrere Sendungen von der Beherrschung der Triebe über die Beherrschung des Bewusstseins spannte, schießt er sich hier auf ein finales und höchst anspruchsvolles Ziel ein: die Beherrschung des Unterbewusstseins.

  • Yoyogaga: „Die innere Waage (Schubert, Köbernick)“
    29.01.2023 20:05

    Ein Verlust der Selbstbeherrschung führt unweigerlich zum Bedürfnis, andere zu beherrschen. Machtgier ist ein Grundübel in dieser Welt von Unbeherrschten. Je mächtiger ein Mensch wird, desto unfreier ist er, denn umso mehr wird er beherrscht von seiner Machtgier. Selbstbeherrschung wiederum setzt eine Beherrschung des Bewusstseins voraus. Der Schlüssel dazu ist die Meditation. Aber was ist Meditation? Andreas Thiel meditiert über das Heu, die Kühe und das Bauernhaus.

  • Yoyogaga: „Die Beherrschung des Bewusstseins (Chopin, ABBA)“
    22.01.2023 20:05

    Wenn sich ein Auftragskiller beim Blick durch das Zielfernrohr in sein Opfer verliebt, hat er ein schlechtes Timing, was daher rührt, dass er sich nicht selbst beherrscht, sondern von einer Leidenschaft beherrscht wird, was ihn nicht nur unprofessionell erscheinen lässt, sondern auch unfrei macht. Andreas Thiel sinniert bei seinem sonntäglichen Kamingespräch darüber nach, wie man seine Gedanken und damit sein Bewusstsein beherrscht.

  • Yoyogaga: „Selbstbeherrschung bedeutet Freiheit und setzt Urteilsvermögen voraus (ABBA)“
    15.01.2023 20:05

    Wer die Dinge beurteilen können will, muss bereit sein, sie eingehender zu betrachten. Andreas Thiel erklärt, wie man als Veganer mit Verstand Tiere verspeist, alte Schnäpse mit noch älterem Eis kühlt und Konfuzianer mit Tee sokratisch unter den Tisch trinkt.

  • Yoyogaga: „Nackte Frauen verstehen lernen (Chopin)“
    08.01.2023 20:05

    Wie beherrscht man seine Triebe? In seiner zweiten Sendung zu dieser weltumspannenden und geschichtsträchtigen Frage relativiert Andreas Thiel den Veganismus, den Kannibalismus und den Tibetischen Buttertee, lobt dafür den Balinesischen Dschungelhermelin und die Verbreitung von Sturmgewehren in Schweizer Haushalten, und das alles bloss, um zu erklären, wo angesichts einer nackten Frau die Konsequenz aufhört und der Dogmatismus beginnt. Gemessen an ihrer Selbstbeherrschung steckt die Menschheit noch in Kinderschuhen.

  • Yoyogaga: „Wie beherrscht man seine Triebe?“ (ABBA)
    01.01.2023 20:05

    Triebe darf man nicht unterdrücken. Wer seine Triebe unterdrückt, versenkt sie bloss ins Unterbewusstsein und entzieht sie damit der Kontrolle des Bewusstseins, wodurch die Triebe unberechenbar werden. Östliche Philosophien leiten dazu an, Triebe nicht zu unterdrücken, sondern zu beherrschen. Der Schlüssel zur Beherrschung der Triebe liegt in unseren Sinnesorganen. Gewohnt, die Welt durch die Brille des Allegorikers zu betrachten, zeigt Andreas Thiel, wie die Beherrschung der Triebe im Alltag Raum schafft für spontane geistige Höhenflüge.

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